Veröffentlicht am Do., 6. Dez. 2018 10:55 Uhr

Man kann beobachten, dass viele Passanten vor dem diesjährigen Adventsschaukasten länger stehen bleiben.
Sie haben ja auch eine Aufgabe – den abgedruckten Text von oben nach unten und dann von unten nach oben zu lesen.

Von oben nach unten:
Advent heißt warten -
Nein die Wahrheit ist, dass der Advent nur laut und schrill ist.
Ich glaube nicht,
dass ich in diesen Wochen zur Ruhe komme,
dass ich den Weg nach innen finde,
dass ich mich ausrichten kann auf das, was kommt.
Es ist doch so, dass die Zeit rast.
Ich weigere mich zu glauben, dass etwas Größeres in meine Welt hineinscheint.
Es ist doch ganz klar,
dass Gott fehlt.
Ich kann unmöglich glauben,
nichts wird sich verändern.
Es wäre gelogen, würde ich sagen
Gott kommt auf die Erde.

Von unten nach oben liest sich das so:
Gott kommt auf die Erde.
Es wäre gelogen, würde ich sagen,
nichts wird sich verändern.
Ich kann unmöglich glauben,
dass Gott fehlt.
Es ist doch ganz klar,
dass etwas Größeres in meine Welt hineinscheint.
Ich weigere mich zu glauben, dass die Zeit rast.
Es ist doch so, dass ich mich ausrichten kann auf das, was kommt,
dass ich den Weg nach innen finde,
dass ich in diesen Wochen zur Ruhe komme.
Ich glaube nicht,
dass der Advent nur laut und schrill ist.
Nein die Wahrheit ist -
Advent heißt warten.

Der Text von Iris Macke, dem aktuellen Kalender „Der andere Advent“ mit freundlicher  Erlaubnis der Verlages entnommen, macht beide Male Sinn – aber einen ganz anderen – geradezu den umgekehrten Sinn. Der Schaukasten fordert uns zu einem Perspektivwechsel heraus, so wie Jesu Kommen in die Welt alle Maßstäbe auf den Kopf gestellt hat. Ein kleines Kind soll der Erlöser der Welt sein – schwer zu glauben – und ein schändlich Gekreuzigter soll uns retten – noch schwerer zu glauben.

Und einen weiteren Perspektivwechseln nimmt man beim Betrachten des Fotos ein: Am oberen Bildrand zeigt sich ganz unerwartet ein gespiegelter blauer Himmel, der die strengen Farben des Schaukastens etwas auflockert.

Und noch etwas wird bei den beiden Lesarten des Textes klar:
Anfang und Ende gehören ganz dicht zusammen. Wir freuen uns auf  die Wiederkehr der Geburt des Herrn und wir erwarten seine Wiederkehr am jüngsten Tag – in diesem Spannungsverhältnis steht die Adventszeit, die Sie hoffentlich als eine gesegnete erleben…

Das wünschen Ihnen das Schaukastenteam und
Maren Topf-Schleuning

Kategorien Schaukasten