Veröffentlicht am Fr., 13. Sep. 2019 12:23 Uhr

"Ruth – auf der Suche nach Heimat"

…. ist das Motto der diesmal – wegen der frühen Sommerferien – vom 20. – 22. September stattfindenden Kinderbibeltage. Und es wird im Schaukasten liebevoll illustriert.

Auf einem großen Plakat sind zwei afrikanische Frauen an einem altmodischen Ziehbrunnen aus gelben Backsteinen zu sehen. Daran befindet sich die Aufschrift: „Wo du hingehst, will ich auch hingehen.“ Im Vordergrund des Schaukastens sind mehrere solche gelben Backsteine, aus denen der Brunnen gemacht ist, auf den jeweils oberen Stein ist je ein Wort des Mottos „Ruth – auf der Suche nach Heimat“ – gemalt. Im Vordergrund dann noch braunes Sackleinen und ein paar Kieselsteine, die den langen Weg aus der alten in die neue Heimat symbolisieren.

Der Seitentext  erklärt dann, dass der häufig gewählte Trauspruch „Wo du hingehst, will ich auch hingehen“  in der Bibel nicht zwischen Mann und Frau, sondern zwischen der Schwiegertochter Ruth und Schwiegermutter Naomi gefallen ist. Naomi war während einer Hungersnot mit ihrem Mann von Bethlehem in Judäa ins Nachbarland der Moabiter gezogen. Ihre zwei Söhne hatten Moabiterinnen zur Frau genommen. Als der Mann und beide Söhne gestorben waren, beschloss Naomi in ihre Heimat zurückzukehren. Ihre beiden Schwiegertöchter, die kraft damaliger Sitte zu ihrem Haus gehörten, hätten eigentlich mitgehen müssen. Naomi aber gab sie frei und schickte sie zu ihren Eltern zurück, damit sie nicht ihr (mittelloses) Witwenschicksal teilen müssten, sondern die Chance auf eine Wiederverheiratung hätten. Die eine Schwiegertocher nimmt dieses Angebot an, die andere, Ruth, weigert sich, Naomi zu verlassen und geht mit ihr nach Bethlehem zurück. Sie ernährt sie beide durch Mithilfe bei der Ernte bzw. Ährensammeln. Bei dieser Gelegenheit lernt sie Boas, einen Verwandten von Naomis Mann kennen, der sich in sie verliebt und sie heiratet. Dazu muss er alle Äcker kaufen bzw. auslösen,  die Naomis Mann gehört haben. Ruth und Boas bekommen einen Sohn, Naomi macht sich als Großmutter und Kindesbetreuerin nützlich. Der Sohn wird später der Großvater von König David. Happy End sozusagen.
Das Buch Ruth, mit vier Seiten in der Lutherbibel das kürzeste des Alten Testaments, gehört zu den Büchern, die bei den jüdischen Festen ganz vorgelesen werden, u.a. beim Wochenfest zum Abschluss der Getreideernte.

Es beschreibt sehr einfühlsam das Alltagsleben im Alten Israel aus der Perspektive der Frauen und ist sehr lesenswert. Auch das Thema des Verlassens der Heimat aus ökonomischen Gründen und die Schwierigkeit, in einem neuen Heimatland Fuß zu fassen werden behandelt.

Bestimmt gibt es viele Aspekte, die die Kinder ansprechen. Schade, dass wir für die Kinderbibeltage schon zu alt sind.

Für das Schaukastenteam
Maren Topf-Schleuning

Kategorien Schaukasten