Veröffentlicht am Mi., 4. Dez. 2019 12:24 Uhr

Nachtblauer Hintergrund und nachtblauer Boden – über die ganze Breite des Schaukastens reicht ein mit Wasserfarben handgemaltes Bild, das einen fast nächtlichen Wald zeigt, ein Rest Abendrot ist am Horizont noch sichtbar. Und darüber ein heller weißer Stern.

Mein Gott, welche Talente schlummern in diesem Schaukastenteam – und ich kann nur schreiben, hoffentlich wenigstens das ein wenig.

Auf dem Boden liegt ein aufgeschlagenes Gesangbuch – man erkennt das Lied Nr. 19, dessen erste Textstrophe ebenfalls auf dem Boden liegend zu lesen ist:

O komm, o komm,  du Morgenstern,
lass uns dich schauen, unsern Herrn.
Vertreib das Dunkel unsrer Nacht
Durch deines klares Lichtes Pracht.
Freut euch, freut euch, der Herr ist nah.
Freut euch und singt Halleluja.

Mit einer Melodie aus dem Frankreich des 15. Jahrhunderts und einem erst 1975 übersetzten Text des englischen Kirchenliedes "O come, o come, Emmanuel" von 1851 ist es seit gut drei Jahrzehnten in unserem Gesangbuch, also vergleichsweise neu und sehr international.

Der Morgenstern – der Stern über Bethlehem wird viel besungen im Advent, und er steht für die Ankunft Christi, die das Dunkel unseres Lebens vertreiben und erhellen soll. Das Symbol des Sterns, die vielen Herrnhuter Sterne, die an unseren Kirchen und Häusern hängen, sie machen das Dunkel des Winters erträglicher, senden ein heimeliges Licht an die Vorübergehenden oder Heimkehrenden. Wir sehnen uns so nach Licht und Wärme in dieser Jahreszeit.

Aber noch schöner wird es, wenn wir den Morgenstern auch als leitendes und schützendes und tröstendes Licht unseres Lebens begreifen können. Wenn wir unser Leben Christus anvertrauen, der das Licht der Welt ist. Dann wird es in uns heller und klarer – und das strahlen wir dann auch nach außen hin aus.

O komm, du Sohn aus Davids Stamm
Du Friedensbringer, Osterlamm.
Von Schuld und Knechtschaft mach uns frei
und von des Bösen Tyrannei.
Freut euch, freut euch, der Herr ist nah.
Freut euch und singt Halleluja.

So geht es in der zweiten Strophe weiter. Und da wird schon auf das Ostergeschehen verwiesen. Auf die Versöhnung, die Jesus geschaffen hat zwischen Gott und Menschen, zwischen den Menschen und in uns selbst. Darin liegt der Schlüssel zu unserem inneren Frieden und unserer inneren Freiheit, die wir mindestens so herbeisehnen wie das Licht in der dunklen Jahreszeit. Aber mit dem Licht des Morgensterns hat alles begonnen. Gott sei Dank.

Das Schaukastenteam wünscht Ihnen eine gesegnete Adventszeit!

Maren Topf-Schleuning

Kategorien Schaukasten