Veröffentlicht am Fr., 3. Jan. 2020 09:11 Uhr

Der erste Schaukasten im Neuen Jahr setzt die Jahreslosung für 2020 aus Markus Kap 9, Vs 24 bildlich um.

Ich glaube - hilf meinem Unglauben!

… steht links in großen weißen Buchstaben auf einem dunkel-lila Quadrat. Daneben weiße Schlangenlinien wiederum auf dunkel-lila Grund mit einem Text aus dem Hebräerbrief Kap 11, Vs 1:

Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.

Bei den Schlangenlinien handelt es sich um einen Ausschnitt aus dem Labyrinth von Chartres. Es befindet sich in der hochgotischen Kathedrale von Chartres, einer der schönsten Kirchen der Welt, etwa 90 km südwestlich von Paris.

Das Anfang des 13. Jahrhunderts gefertigte Labyrinth aus schwarzen und grauen Steinplatten ist im Fußboden der Kathedrale eingearbeitet. Es misst über 12 Meter im Durchmesser und ist ein 261,50 m langer Weg, der sich durch 11 konzentrische Kreise und 34 Kehren zum Zentrum windet.  Die Grundstruktur ist ein Kreuz.

Labyrinthe sind keine Irrgärten. Sie haben einen einzigen, verschlungenen Weg, der auf möglichst langer Strecke vom Startpunkt zum Ziel führt.

Im christlichen Kontext lässt sich das Symbol des Labyrinthes als Weg zur Einkehr deuten, auf dem der Mensch sein Leben bedenken kann. Wer sich selbst, den Sinn des Lebens und Gott erfahren will, der muss auch bereit sein, diesen Weg mit all seinen Kehren und seiner ihm nicht bekannten Länge zu beschreiten. Die vielen Bögen und Wendungen lassen sich als Spiegel der eigenen Lebenswendungen verstehen. In der christlichen Darstellung des Labyrinthes, wie es besonders in der Gotik zum Ausdruck kam, steht das Kreuz im Mittelpunkt und durchzieht alles. So wird der Weg vom Kreuz überall berührt und getragen. Wer es bis zur Mitte des Labyrinths schafft, muss dort seine Richtung ändern. Auf diese Weise stellt das Labyrinth ein Bild für die Grundhoffnung des Christentums dar: Derjenige, welcher bereit ist und nicht aufgibt, darf in seinem verschlungenen Leben umkehren, neu beginnen und schließlich auferstehen.


Bei dem Thema Labyrinth handelt es sich um eine Kooperation mit dem Team Offene Kirche, das alle paar Wochen in der Kirche eine bestimmte Thematik darstellt. Das Labyrinth wird in den nächsten Wochen verkleinert auf den Boden unserer Kirche projiziert. Dazu gibt es eine gedruckte Karte mit der Abbildung, die jetzt im Schaukasten in groß visualisiert wird.  

So haben Schaukasten vor der Kirche und das Innere der offenen Kirche dasselbe Thema: Wer sich vom Schaukasten angesprochen fühlt, kann in die Kirche hineingehen, dort mehr erfahren und über den verschlungenen Lebensweg, der doch von Gott gehalten und getragen wird, meditieren.


Das Schaukastenteam wünscht Ihnen einen hoffnungsvollen Jahresbeginn.

Maren Topf-Schleuning

Kategorien Schaukasten