Veröffentlicht am Do., 20. Aug. 2020 14:44 Uhr

Ein großer Schritt - Steh auf und geh!

Was ist denn das? Der Schaukasten mit Graffiti beschmiert?

Aber bei näherem Hinsehen, passt der große rote Schriftzug quer über die vordere Scheibe des Schaukastens irgendwie zu dessen Inhalt  

Wann hast Du das letzte Mal etwas zum ersten Mal gemacht?  

Die Frage knüpft an den dahinter unveränderten Schaukasten zum Schulanfang an:  

Rechts kommen ausgestopfte Jeansbeine in roten Turnschuhen ins Bild, die einen großen Schritt wagen: den Schritt in die Schule.

Dazu steht links auf der Staffelei ein aufgeschlagenes Buch mit dem in großen Lettern geschriebenen Text:  

Das habe ich noch nie vorher probiert, also bin ich sicher, dass ich es schaffe.  

Das ist ein Zitat aus Pippi Langstrumpf von Astrid Lindgren.

Man hat es geradezu vor seinem geistigen Auge, wie Pippi das zu den etwas braven, umso mehr staunenden Nachbarskindern Thomas und Annika sagt, die sie in der Villa Kunterbunt besuchen.  Mit ihrem unglaublichen Selbstbewusstsein und der ihr eigenen Logik. Immerhin, wer etwas noch nie probiert hat, der kann auch keine negativen Erfahrungen des Scheiterns damit gemacht haben, das steht einmal fest. Aber daraus den Schluss zu ziehen, dass dieses Neue auf jeden Fall klappen wird, das ist dann wieder typisch Pippi. Mutig, unangepasst, selbstbewusst, immer offen für neue Erfahrungen.  

Wenn man darüber nachdenkt, woher Pippi dieses Selbstvertrauen, dieses Weltvertrauen hat, entdeckt man: Sie ist die stolze Tochter ihres Vaters, Häuptling im Taka Tuka Land, wohin es ihn  als Seefahrer verschlagen hat. Und obwohl dieser Vater so fern ist, gibt er ihr diese Sicherheit, dieses Vertrauen in ihre eigenen Kräfte und sie fühlt sich ihm so nahe, dass sie häufig mit ihm spricht, wenn sie mit sich selbst spricht. Dann fühlt sie sich von ihm beschützt für alle neuen Herausforderungen.  Und ganz am Ende der Geschichte von Pippi Langstrumpf fährt sie zu ihrem Vater nach Taka Tuka Land, ganz weit, am Ende der Welt und lebt dort glücklich mit ihm.  

Mir ist erst bei diesem Schaukasten aufgegangen, dass man die Geschichte von Pippi auch als Parabel zu uns Menschenkindern  und unserem himmlischen Vater lesen kann. Der gibt uns Mut und Kraft und Zutrauen, wenn wir zu ihm reden. Wir müssen uns nicht mehr fürchten und er verleiht uns ungeahnte Kräfte. Und am Ende dürfen wir ihn sehen und bei ihm bleiben.  

Steh auf und geh! Mk 2,11.

steht weiter unten auf dem Schaukasten ebenfalls als Graffiti. Diese Aufforderung Jesu an den seit Jahren Lahmen, der am Teich Betesada    liegt,  passt dazu. Er soll sein Schicksal in die eigene Hand nehmen, endlich an sich selbst glauben und auf seinen himmlischen Vater vertrauen, der ihm ungeahnte Kräfte verleiht. Das klingt doch fast wie von Pippi gesagt oder besser gesagt - umgekehrt.    

Wir wünschen Ihnen allen viel Mut und Zutrauen, es wird viel Neues von uns verlangt werden!

Für das Schaukastenteam

Maren Topf-Schleuning

 

Kategorien Schaukasten