Veröffentlicht am Do., 5. Nov. 2015 17:42 Uhr

Früher konnte man manchmal hören: „Allein Gott in der Höh sei Ehr! UNDANK für seine Gnade!“ Eigentlich konnte man oft auch gar nichts verstehen, weil eine große Zahl der Kirchenbesucher nicht (mehr) auswendig weiß, was wir da im ersten Gottesdienstteil eigentlich singen. Inzwischen versuchen wir’s ja meist mit Strophe 2 „Wir loben, preisn, anbeten dich…“ Aber auch auswendig und dadurch oft mit gebremster Stimme.

Dieser nicht sehr feierliche allsonntägliche Brauch ist nur ein allzu matter Abglanz einer geradezu umwerfenden Erscheinung, von der die Bibel berichtet: Weihnachten, also über dem Stall von Bethlehem, da sangen die Engel: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden…“ So steht es in der Weihnachtsgeschichte Luk 2, Vers 14. Dieser Gesang durfte bald in keinem großen Gottesdienst mehr fehlen und wurde um weitere Verse ergänzt.

Die heute übliche Langform ist seit dem 9. Jahrhundert bekannt. Man findet sie in deutscher Sprache im Evangelischen Gesangbuch unter der Nummer 180.1. Wir singen allerdings normalerweise die rhythmisierte und leicht tänzerische Variante EG 179 (Strophe 2) und greifen nur für die Einleitung auf die ersten zwei Verse aus 180.1. zurück. Schauen Sie mal nach! Lesen Sie, singen Sie!

Wir werden im Gottesdienst gemeinsam das Gloria neu aufgreifen und hoffentlich wieder zu einem Klang kommen, der aus jedem Gottesdienst ein kleines Weihnachtsfest macht.

Jörg Walter

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