Samstag, 20. April 2019 23:00 - 23:45 Uhr

Zu unserer Osternachtfeier werden wir in der dunklen Kirche Platz nehmen. In die Stille wird die Osterkerze hineingetragen und der Ruf „Christus ist das Licht“ gesungen. Wir teilen das Licht untereinander. Dabei wird ein alter gregorianischer Gesang erklingen, das sogenannte Exultet. Das ist ein Osterlob in dem Christus als das Licht der Welt gepriesen wird. In der mit Kerzen erleuchteten Kirche hören wir auf die Texte die zur sogenannten „Vigil“ gehören, der Nachtwache. Mit der Schöpfungsgeschichte und den Erzählungen vom Auszug des Volkes Israel aus Ägypten, die gelesen werden, wird an das Wirken Gottes in der Geschichte der Menschen erinnert. Dies wird für uns alle in einer sich anschließenden Taufzeremonie für 6 Konfirmanden erfahrbar. Dann wird das Osterevangelium im liturgischen Gesang vorgetragen. und mit dem Einsetzen der Orgel stimmen wir in den altkirchlichen Osterhymnus „Christ ist erstanden ein“. Während dem Nachklingen der Orgel, die erst an dieser Stelle in der Osternacht erklingt, tragen die Kirchenältesten die liturgischen Geräte feierlich in die Kirche. Sie wurden am Karfreitag in einer kleinen Prozession aus der Kirche getragen. Dieser auch in vielen anderen Kirchen übliche Brauch drückt aus, dass wir aufgrund der verkündeten der Auferstehung Jesu Christi seiner Gegenwart in dem Sakrament des Abendmahles gewiss sein dürfen. Folglich schließt sich ein feierliches Abendmahl in der Liturgie der Osternacht an. Nach dem Segen versammeln wir uns um das Osterfeuer in unserem Kirchgarten. Es gibt immer wieder Stimmen, die meinen, unsere Feier der Osternacht sei „zu lang“ und die gesungenen Teile der Liturgie seinen „zu katholisch“. Dem möchte ich gern widersprechen: Es kann doch das höchste Fest der Christenheit nicht feierlich genug begangen werden! Verglichen mit der Weltchristenheit sind wir ja noch kurz. Und außerdem: Wo wollen Sie denn noch nachts hin?

Ulrich Schöntube


Foto: Ev. Kirchengemeinde Berlin-Frohnau

Mitwirkende
Frohnauer Kantorei, Orgel: Jörg Walter, Pfarrer Dr. Ulrich Schöntube
Ort
Johanneskirche, Zeltinger Platz 18, 13465 Berlin, Deutschland