Samstag, 14. November 2020, 18:00 Uhr

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Besinnliches Orchesterkonzert im November

Chrysantemen zählen bis heute zu den typischen Trauerblumen. Darüber informieren uns sogar die aktuellen Floristik-Ratgeber. Diese robusten herbstlichen Blumen werden gern für Bestattungen in Kränze geflochten, schmücken die Gräber und trösten die Trauernden. So war es auch schon im Jahre 1890, als der Graf Amadeo von Savoyen verstarb - ein berühmter Adliger und Forschungsreisender, nach welchem weltweit Gipfel und Bergregionen benannt sind.  Der 32 jährige Giacomo Puccini komponierte anlässlich seines Todes eine elegische Streichermusik namens „Crisantemi“ und legte ihm damit musikalisch Trauerblumen aufs Grab. Diese Musik ist von so hoher Qualität, dass Puccini sie später in der Sterbeszene seiner Oper „Manon Lescaut“ wiederverwendete.

Zum Auftakt des Konzerts hören Sie Joseph Gabriel Rheinbergers großartiges Konzert für Orgel und Orchester in g-Moll, op. 177 - mit Claudia Bartkowski als Solistin. „Grave“ hebt die Musik an. Doch die dunkle Tonart und das gemessene Tempo zu Beginn bilden einen herrlichen Kontrast zur brillanten Virtuosität des Orgelparts. Rheinberger verstand es, die Stärken der Orgel und des klein besetzten Orchesters effektvoll zu kombinieren und gegenüberzustellen. Das Werk hat zudem eine eindrucksvolle Rezeptionsgeschichte: Die Uraufführung 1894 wurde von keinem Geringeren als Richard Strauss geleitet. Später folgten weitere gerühmte Aufführungen, unter anderem 1899 in Straßburg mit Albert Schweitzer an der Orgel.

Den Abschluss des Frohnauer Konzerts bildet Gabriel Faurés Orchestersuite „Pelléas et Mélisande“. Das gleichnamige Theaterstück von Maurice Maeterlinck erzählt von der verbotenen und todgeweihten Liebe zwischen der schönen Mélisande und Pelléas, dem Bruder ihres von Dunkelheit umgebenen Gemahls, des Prinzen Golaud. Fauré schrieb die Schauspielmusik dazu im Jahre 1898. Nach der Premiere und weiteren Aufführungen machte sich der Komponist daran, das musikalische Material des Werkes für eine Orchester-Suite umzuarbeiten. Im Dezember 1912 schließlich wurde die viersätzige Fassung von „Pelléas et Mélisande“ uraufgeführt; der zusätzliche Satz, die „Sicilienne“, entstammte dem dritten Zwischenspiel der Schauspielmusik. Dieses reizvolle Stück sollte sich zu einer von Faurés beliebtesten Kompositionen entwickeln und existiert heute in zahlreichen Bearbeitungen.

Die vier Sätze der Suite zeichnen vor den Augen der Hörenden eine verzaubernde, märchenhaft zarte Klangwelt. In leuchtendem G-Dur beginnt das Prélude. Flirrend und beinahe impressionistisch eilt der zweite Satz namens „Fileuse“ (Spinnerin) dahin. Der dritte Satz, die berühmte „Sicilienne“, bringt eine berührende Kombination aus verlockender Melodie und rhythmisch durch Harfe (Klavier) und pizzicati akzentuierter Begleitung. Dabei entsteht ein wahrhaft pastoral-idyllisches Bild von zurückhaltender Fröhlichkeit. Der letzte Satz „Mort de Mélisande“ (Tod der Mélisande) führt klanglich ernst und unerbittlich auf einen dunklen und letztlich vollends zur Ruhe gelangten Schlussklang.

Wir laden Sie herzlich ein, sich rechtzeitig mit einer 5-Euro Karte für einen der Abende zu versorgen. 104 Karten pro Abend stehen aufgrund der Coronaregeln zur Verfügung. Das Orgelkonzert (ca. 22 min) wird von der Empore musiziert. Danach lüften wir für ca. 15 min gründlich die Kirche, und das Orchester zieht um in den Altarraum, von wo aus Puccini und Fauré dann musiziert werden (insgesamt noch einmal 25 Minuten). Unter diesen und den bekannten „AHA-Regeln“, die alle miteinander unbedingt einhalten mögen, können Sie wirklich ganz ohne Angst ins Konzert kommen und die besinnliche Musik genießen.

Jörg Walter

P.S. Einlass ist 45 Minuten vor Konzertbeginn. Bitte bringen Sie ein Kärtchen mit Ihrem Namen, Adresse und Telefonnummer mit und vergessen Sie Ihren Mund-Nasenschutz nicht.


Romantisches Orchesterkonzert
Mitwirkende
Claudia Bartkowski (Orgel), Johanne von Harsdorf (Klavier), Frohnauer Kammerorchester, Jörg Walter (Leitung)
Ort Johanneskirche Frohnau, Zeltinger Platz 18, 13465 Berlin
Preis
Eintritt: 5,00 Euro, Verkauf: Gemeindebüro, Buchhandlung Haberland