Montag, 9. November 2020, 18:00 Uhr

Gedenken der Novemberpogrome von 1938 mit anschließender Lesung.

„Ab heute wird jeder von uns zu einem anderen“, flüsterte sie. „In diesem Spiel bin ich nicht mehr Eure Mutter, und Papa ist nicht mehr euer Vater. Mich müsst ihr jetzt Jeanne nennen, nicht mehr Mama, und Papa wird zu Onkel Jaap. ... Ab jetzt müsst ihr immer die Spielregeln beachten, zu jeder Zeit und in jeder Situation“, sagte die Mutter. ... Bis nach dem Krieg, bis ich Euch sage, dass das Spiel zu Ende ist. ... Keiner darf wissen, woher ihr kommt, wer zu Eurer Familie gehört, und vor allem dürft ihr niemanden sagen, dass ihr Juden seid.“

Die Familie van der Hoeden aus Utrecht taucht auf diese Weise unter, als die Niederlande besetzt werden. Eine der Töchter - ein Name von ihr ist Lieneke – überlebt bei einem Landarzt, der zum holländischen Widerstand gehört. Lineke steht in dieser Zeit mit ihrem Vater brieflich in Verbindung. Es sind rührend illustrierte Briefe.

In dem Roman „Das Mädchen mit den drei Namen“ erzählt die israelische Autorin Tami Shem-Tov die Geschichte Linekes anrührend nach. In den Roman sind jene Briefe eingeflochten, die durch ein Wunder in den Wirren des Krieges erhalten geblieben sind. Wir werden Auszüge aus diesem Roman und den Briefen vorstellen.
Jörg Walter wird dazu auf dem Harmonium spielen.

Foto: Ev. Kirchengemeinde


"Pogromgedenken am Stein" mit anschließender Lesung im Gemeindesaal
Mitwirkende
Pfarrer Dr. Ulrich Schöntube, Jörg Walter (Harmonium) ua
Ort Gemeindesaal der Kirchengemeinde Frohnau, Zeltinger Platz 18, 13465 Berlin