Ich packe meinen Koffer... Sonnenhut, Reiseführer, Badehose ... Gott?

Ich packe meinen Koffer... Sonnenhut, Reiseführer, Badehose ... Gott?

Ich packe meinen Koffer... Sonnenhut, Reiseführer, Badehose ... Gott?

# Aktuelles

Ich packe meinen Koffer... Sonnenhut, Reiseführer, Badehose ... Gott?

Unser aktueller Schaukasten für die Sommerferien:

Der OpenAir-Gottesdienst – dieses Jahr am 05. Juli – ist für viele von uns ein besonderer Moment. Noch einmal kommen wir als Gemeinde zusammen, bevor viele von uns die Wochen des Sommers für Urlaub und Erholung sowie neue Eindrücke und Inspirationen fern des gängigen Alltags nutzen. Gemeinsam singen wir das vertraute Lied: „Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott uns fest in seiner Hand.“ Es begleitet uns wie ein Segen auf unserem Weg – dorthin, wo wir in den kommenden Wochen unterwegs sein werden.

Doch wohin nehmen wir Gott eigentlich mit? Passt er zwischen Sonnenhut, Reiseführer und Badehandtuch in unseren Koffer? Oder bleibt er zu Hause und wartet, bis wir zurückkehren?

Die Bibel erzählt uns etwas anderes. Gott muss nicht mitgenommen werden, denn er ist längst da. Er geht den Menschen voraus, begleitet sie auf ihren Wegen und bleibt ihnen nahe, wo immer sie sich befinden. Schon das Volk Israel erlebte dies auf seiner langen Wanderung durch die Wüste. Tagsüber zog Gott in einer Wolkensäule vor ihnen her und zeigte ihnen den Weg. Diese Wolke war weit mehr als ein Wetterphänomen. Sie war Zeichen seiner leitenden und schützenden Gegenwart. In der jüdischen Tradition wird dafür häufig der Begriff Schechina verwendet – die gegenwärtige, unter den Menschen wohnende Herrlichkeit Gottes. Die Wolke verhüllt dabei zugleich seine göttliche Größe. Sie macht deutlich, dass Gott zwar erfahrbar ist, aber niemals vollständig zu begreifen. Sind Wolken für uns wie eine Art Sehhilfe für Gottes Gegenwart?

Auch Mose begegnet Gott auf dem Berg Sinai in einer Wolke. Und als Jesus nach seiner Auferstehung in den Himmel aufgenommen wird, entzieht ihn eine Wolke den Blicken seiner Jünger.

Immer wieder verwendet die Bibel dieses Bild: Die Wolke ist kein Aufenthaltsort Gottes, sondern ein Zeichen seiner Nähe. Sie erinnert daran, dass Gott gegenwärtig ist, auch wenn wir ihn nicht sehen können.

Vielleicht kennen viele Kinder deshalb das Bild von Gott als einen alten Mann mit fülligem Bart, der auf einer Wolke sitzt. Dieses Bild stammt allerdings nicht aus der Bibel. Es entwickelte sich über viele Jahrhunderte in Kunst und Malerei. Maler suchten eine Möglichkeit, das Unsichtbare sichtbar zu machen, und stellten Gott als weisen Vater im Himmel dar. Solche Bilder prägen Vorstellungen bis heute und Kinder übernehmen diese Darstellungen oft ganz selbstverständlich. Unser heutiges Gottesverständnis ist jedoch weiter geworden.

Gott wohnt nicht auf einer einzelnen Wolke. Er ist mitten unter uns – unsichtbar und doch gegenwärtig. Wir wissen: ER IST DA! Aber seine Gegenwart bleibt unfassbar und geheimnisvoll. Wir können sein Wesen, sein „Sein“, sein „ICH“ nicht begreifen.

Gerade das kann uns trösten. Wir müssen Gott im Urlaub nicht suchen oder einpacken. Er umgibt, schützt und begleitet uns. Und manchmal schauen wir in den Himmel auf der Suche nach diesem „Überirdischen“. Vielleicht entdecken wir gerade dort etwas von Gottes Größe – oder ganz unerwartet mitten im Alltag.

Genau darin liegt eine schöne Einladung für diesen Sommer. Wer den Himmel betrachtet, wer staunend einer Wolkenformation nachschaut, wer am Meer sitzt oder durch die Berge wandert, muss Gott nicht erst suchen. Er ist längst da. Vielleicht begegnet er uns in einem stillen Moment, in einem guten Gespräch, in der Schönheit der Schöpfung oder einfach in dem tiefen Gefühl, getragen zu sein. Manchmal ist schon die Suche nach Gott eine Form der Begegnung mit ihm – ist die Suche schon der Fund.

So gehen wir in die Sommer- und Urlaubszeit mit der Zusage des Segensliedes im Herzen: „Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott uns fest in seiner Hand.“ Möge diese Gewissheit uns begleiten – wohin auch immer unsere Wege führen. Denn Gottes Gegenwart passt in kein Gepäck. Sie reist immer schon mit uns.

Einen wunderschönen, segensreichen Sommer wünschen Ihnen

Anne Zenk und Claudia Kraffzig für das Schaukastenteam

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