Schaukasten zum Erntedankfest

Schaukasten zum Erntedankfest

Schaukasten zum Erntedankfest

# Aktuelles

Schaukasten zum Erntedankfest

Wenn im Herbst die Felder abgeerntet sind, die Früchte reif geworden sind und die Natur sich in ein farbenprächtiges Kleid hüllt, feiern wir Erntedank.

Das Fest ist dabei mehr als der Blick auf volle Körbe und reich gedeckte Tische. Erntedank erinnert uns daran, dass unser Leben und unser Wohlstand nicht selbstverständlich sind. Was wir zum Leben benötigen, wächst in der Natur. Wir sind Teil dieser Schöpfung und zugleich in besonderer Weise für sie verantwortlich.

Wie sehr sich Landwirtschaft und Ernährung in den vergangenen hundert Jahren verändert haben, zeigt ein Blick auf die Entwicklung der Arbeitswelt. Noch vor etwa hundert Jahren ernährte ein Bauer ungefähr vier Menschen. Heute sind es dank technischer und technologischer Errungenschaften weit mehr als 130 Menschen.

Diese Entwicklung ist beeindruckend – wohin führt sie? Unser heutiger Wohlstand sollte immer in Verbindung mit Dankbarkeit und Verantwortung gedacht werden. Was wollen wir bewahren, was verbrauchen wir und was hinterlassen wir kommenden Generationen?

Was bedeutet es, reich zu sein?

Auch Jesus hat sich mit der Frage beschäftigt, was im Leben wirklich wertvoll ist. Im Gleichnis vom reichen Kornbauern erzählt er von einem Mann, dessen Felder eine außergewöhnlich reiche Ernte hervorbringen. Er weiß nicht, wohin mit all seinen Vorräten, und beschließt, größere Scheunen zu bauen, um dort seinen ganzen Besitz zu sammeln.

Das Gleichnis hat hohe Aktualität. Denn die Frage, was wir mit dem erwirtschafteten Reichtum tun, stellt sich auch heute: Wann wird aus Wohlstand Verantwortung – und wann wird aus Wohlstand ein Anspruch auf immer mehr?

Jesus stellt nicht den Wohlstand an sich infrage. Aber er stellt die Haltung infrage, die im Besitz die eigentliche Sicherheit und im Anhäufen von Reichtum den Sinn des Lebens sieht. Der Blick des Kornbauern richtet sich auf das „Ich“, nicht auf das „Wir“. Doch Jesus lässt ihn erkennen, dass Besitz allein keine Sicherheit schenkt.

Darum stellt das Gleichnis eine unbequeme Frage: Was sind wir bereit, von dem, was uns gegeben ist, anderen zurückzugeben? Wo beginnt persönliche Freiheit – und wo beginnt gesellschaftliche Verantwortung? Wie viel ist genug?

„Wofür bist du dankbar?“, habe ich die Kinder der 4. Klassen an der evangelischen Schule in Frohnau gefragt:

Ihre Antworten haben die Kinder aufgeschrieben und teilweise auf bunte Ahornblätter geklebt, die sie zuvor selbst farbenfroh gestaltet haben. Ein farbenprächtiger Dankbarkeits-Baum ist so entstanden. Wer die vielen bunten Blätter betrachtet, entdeckt eine beeindruckende Vielfalt an Gedanken: Menschen, die uns wichtig sind, Familie und Freunde, Gesundheit, Essen, Natur, Tiere, ein Zuhause, gemeinsame Zeit, Frieden und vieles mehr. Weitere Antworten der Kinder finden sich auf einem Plakat in der Kirche.

Lesen Sie selbst, wie viel Dankbarkeit und Demut in den Antworten unserer jüngsten Gemeindemitglieder steckt. Ihre Gedanken zeigen, mit welcher Aufmerksamkeit und Bewusstheit sie bereits auf die Welt schauen, die wir gestalten und die wir ihnen für ihre Zukunft hinterlassen.

Vielleicht laden uns die Antworten der Kinder auch selbst dazu ein, innezuhalten und uns zu fragen:

Wofür bin ich dankbar? Was ist mir wirklich wichtig? Was kann ich dazu beitragen, dass auch andere Menschen und kommende Generationen gut leben können?

Ein Schaukasten voller Erntedank.

Viele Mandalas mit Sonnenblumen und anderen Blüten haben die Kinder farbenprächtig gemalt, die nun den Schaukasten schmücken als Zeichen der reichen Ernte und der Schönheit der Schöpfung.

Die Sonnenblume – aus einer einzigen Blüte entstehen unzählige Sonnen-blumenkerne. Sie erzählt von der Fülle des Lebens und die leuchtenden Farben der Sonnenblumen und Blüten bringen die Schönheit des Herbstes in unseren Schaukasten. Hier strahlt Gottes Schöpfung im Glanz der Sonne!

Und wenn am Abend die Sonne untergeht, taucht ihr warmes Licht den Schaukasten in einen ganz besonderen Glanz.

Vielleicht ist genau das Erntedank: innehalten, staunen und danken. Dankbar sein für das, was uns geschenkt ist. Bewusst wahrnehmen, was wir haben. Teilen, wo andere weniger haben. Und sorgsam mit der Welt umgehen, die uns anvertraut ist.

„Die Erde ist des HERRN und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen.“ Psalm 24,1

Möge das Erntedankfest uns alle daran erinnern, dass wir nicht die Besitzer dieser Erde sind, sondern Teil von Gottes wunderbarer Schöpfung – und dass es unsere Aufgabe ist, sie dankbar anzunehmen, verantwortungsvoll zu bewahren und mit anderen zu teilen.

Claudia Kraffzig für das Schaukasten-Team

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