Schaukasten zum Osterfest 2026

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Schaukasten zum Osterfest 2026

Auferstehung am dritten Tag nach dem Tod? – Alle sagten das geht nicht.
Und dann kam einer, der hat es einfach gemacht!

Das ist kein Bibelwort. Wir kennen diesen etwas flapsigen Spruch eher aus der reichhaltigen Ratgeber- und Selbstoptimierungsliteratur. Alle sagten, es geht nicht, dann kam einer, der machte es einfach.

Gemeint ist damit, dass Menschen oft in Ängsten und Sorgen gefangen bleiben, sich einfach nicht trauen, den befreienden Schritt zu tun, weil ja alle abraten. Der Spruch ruft zur Selbstermächtigung auf: Derjenige, der die Bedenken der anderen gar nicht kannte, der schaffte das, was alle für unmöglich gehalten hatten. Gerade weil er die Zweifel der anderen nicht kannte.

Aber, kann man so über die Auferstehung Jesu sprechen? In diesem flapsigen Tonfall? Und ist es denn richtig, dass es Jesus selbst war, der sich traute, aufzuerstehen, gegen alle Zweifel? Es war doch Gott, der ihn auferweckt hat. Aus eigener Kraft hätte Jesus es ja nie geschafft. Das hat er auch nie für sich reklamiert. Im Gegenteil: In deine Hände befehle ich meinen Geist, hat er am Kreuz gesagt. Oder, „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“ und damit den 96. Klagepsalm rezitiert.

Ich finde dieser Spruch wird Jesu Verzweiflung und des Gefühls der Verlassenheit und des Alleingelassenseins am Kreuz nicht gerecht. Er verharmlost das Kreuzesgeschehen. Als ob es nur genug Selbstvertrauens bedurft hätte und schwupps, Jesus wäre auferstanden, was sich vor ihm noch niemand getraut hat. Ich war wirklich irritiert über diesen Schaukasten.

Aber nun kenne ich die Schöpferin dieses Kastens zu gut, als dass ich ihr flapsige Blasphemie unterstellt hätte. Also habe ich weiter darüber nachgedacht, wie sie diese Aussage wohl gemeint haben könnte.

Ein Deutungsschlüssel ist natürlich die Idee der Trinität: Gott, Jesu und der Heilige Geist sind eins, drei Betrachtungsweisen desselben Phänomens „Gott“. Dann war es wirklich Gott, der sich da von den Menschen hatte kreuzigen lassen und dann war es auch Gott, der seine eigene Auferstehung bewirkte. Aber die Trinität ist gedanklich nur schwer zu bewältigen und die Idee entstand auch erst im 2.Jahrhundert nach Christi. Und sie bezog sich eher auf den Jesus nach der Auferstehung, der aufgefahren in den Himmel zur Rechten Gottes sitzt oder der auch schon vorher präexistent war, so der Evangelist Johannes. Das Kreuzesgeschehen direkt mit der Trinität in Verbindung zu bringen, ist theologisch eher ungewöhnlich, eher wird in diesem Zusammenhang das wahre Menschsein Jesu betont. Aber vielleicht ist dieser Ansatz zu akademisch-theologisch?

Bestimmt meint sie etwas anderes damit:
Vielleicht, dass wir aufgeklärten Menschen in unseren rationalen Überlegungen und Zweifeln gefangen sind, in der Kultur der Aufklärung, des wissenschaftlichen Beweises, der statistischen Wahrscheinlichkeit. An Wunder können wir nicht glauben. Also auch nicht an die Auferstehung. Keine Ahnung, wer sich das ausgedacht hat…. Vielleicht hatte Jesus einen Doppelgänger, der sich als er ausgab, oder er hat wundersam die Kreuzigung überlebt (auch die Theorie gibt es), oder es handelte sich um eine kollektive Massenhysterie seiner Anhänger, die glaubten, ihn gesehen zu haben.

Und wenn wir es einfach tun? Gegen alle Zweifel und Besorgnisse und gegen alle naturwissenschaftliche Evidenz? Wenn wir einfach dem Wunder der Auferstehung vertrauen? Weil doch nicht alle geirrt haben können, die ihn gesehen haben und die in der Folge daran geglaubt haben?

Vielleicht macht uns das frei von den Bedenken der anderen? Vielleicht ermächtigt uns das, zu uns selbst zu stehen und Gutes zu tun, auch wenn es in dieser Gesellschaft nicht mehr belohnt wird? Vielleicht sind wir damit mutig, unser eigenes Leben zu leben gegen alle gesellschaftlichen Zwänge? Vielleicht  ist das die Bedeutung der Auferstehung für uns heute?

Mut, Zuversicht, Aufbruch, gegen den Strom schwimmen?

Wir könnten all das so gut gebrauchen. Es lohnt sich darüber nachzudenken.

Für das Schaukastenteam wünscht
Frohe Ostern!
Maren Topf-Schleuning 

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