Das Kirchengebäude

Die Johanneskirche ist ein Kirchenbau aus nationalsozialistischer Zeit. Er wurde durch die Architektenbrüder Johannes und Walter Krüger errichtet, die unter anderem auch die Kirche in Oranienburg bauten. Die Jahreszahl an dem Turm unserer Kirche „1935“ bezieht sich auf die Grundsteinlegung. In diesem Jahr inszenierte die nationalsozialistische Regierung im ostpreußischen Tannenberg die Beisetzung Paul von Hindenburgs. Die beiden Architektenbrüder waren mit der Errichtung des dortigen Begräbnisturmes betraut. Es liegt nahe, den Westturm der Johanneskirche als Zitat der Tannenbergarchitektur zu sehen. Denn hier wie dort wurden die seitlich anschließenden Bauten niedrig gehalten und der Turm mit einem quergestreiften Mauerverbund verblendet. Dadurch sollte der im Verhältnis zum Kirchenschiff überbreite Turm wehrhaft wirken. Andererseits fügt sich der Turm städtebaulich in das Ensemble des Zeltinger Platzes ein. Er wurde ebenfalls von den Gebrüdern Krüger entworfen. Der Turm wird durch eine breite Freitreppe geprägt, durch die man in den Kirchenraum gelangt. Der Höhenunterschied entsteht durch den Gemeindesaal, der unterhalb des Kirchenschiffes liegt. Mit der Freitreppe beginnt also ein Aufstieg – eine Art Prozessionsgang, der bei geöffneten Türen schrittweise den Blick auf das große Kreuz und den Altar eröffnet.

 

Foto: Ulrich Schöntube